Jörg Krenke

Veröffentlichungen

Das Buch: „Der Farbtonartenkreis“, mit 121 Seiten und 60 Abbildungen ist im Herbst 2019 erschienen und kann in wenigen Exemplaren angefordert werden. Eine höhere Auflage ist geplant.

Thesen

Der Farbtonartenkreis ist die erste vollständige und beweisbare Farben­ordnung der Wissen­schafts- und Kunstgeschichte. Seine lückenlosen Farbbän­der dokumentieren die Vollständigkeit, das System der abstrak­ten, logisch voneinander ableitbaren Farbna­men belegt die Unteilbarkeit der Farbenordnung.

Der Farbtonartenkreis ist der Farbenlehre Goethes verpflichtet. Goethes 6-Farben-Ord­nung ist in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Farbbän­der entstanden und kann deshalb mit:

  • dem System der 6 Farbbänder,
  • dem System der 18 Farborte,
  • dem System der 18 Farbtonarten,
  •  dem System der 18 Idealfarben,
  • dem System der 18 abstrakten, logisch voneinander
  • ableitbaren Farbnamen und
  • dem System der 9 diametral angeordneten Komplementär-far­benpaare vervollständigt werden.

Die Koinzidenz der 6 Systeme der Farbenordnung schafft ein begründe­tes Regel­system, eine Ordnung der Farbzeichen für den Bau von Farbspra­chen und ein logisches, all­gemeinverständli­ches Forschungs- und Gestaltungswerkzeug für die Funktio­nen: Farbordnung, Farbkenn­zeichnung, Farbübersicht, Farbana­lyse, Farbsyn­these, Farbinspiration, Farbinterpretation, Farbtranskription und   Far­bkontrolle.

Der Farbtonartenkreis ist ohne Übung anwendbar. Gesundes Augen­licht, Farbenins­tinkt und logisches Denken sichern, auf natürliche Art und ohne jedes technische Ge­rät, die exakte Farbbestimmung und die zu­verlässige Verständigung über Farben in der Praxis.  

Der Farbtonartenkreis hat sich in 50 Jahren Berufspraxis in der Architek­tur, im Städte­bau, in der Denkmalpflege, bei Autorenkontrollen auf den Baustellen, bei Behördenent­scheidungen, im Unterricht und im Malate­lier bestens bewährt. Das Buch stellt die kurzen und präzisen Informa­tio­nen des Farbtonartenkreises schnell und unkompli­ziert zur Verfü­gung – zugleich bietet es eine Vielzahl von Gestaltungsvorschlä­gen, besonders die einfachen Lösungswege, die vor allem in Belastungssi­tuationen zu oft und zu leicht übersehen werden. Wer die Information hat, kann schneller und sicherer über die Anwendung der Regel oder das Maß der Abweichung entscheiden.

12- und 24-teilige Farbkreise

Farbkreise mit 12 oder 24 Einzelfarbtönen entstehen im Widerspruch zu den Gesetzen der Farbbänder. Sie sind deshalb systemlos, unvollständig und nur mit unzumutbarem Aufwand kontrollierbar. Mit 12 oder 24 Einzelfarben lassen sich 18 Farbtonarten nicht darstellen. Für die vollständige Abbildung aller 18 Farbtonarten sind etwa 60 Farbtonstufen erforderlich.

Systemlose Farbenkreise

In den Farbenordnungen von:

  • Ostwald,
  • Adam (TGL-Farbenkreis),
  • Itten,
  • Küppers

und in folgenden Farbsystemen:

  • RAL-Designsystem,
  • NCS (Natural Color System),
  • Munsell Color System,
  • Pantone Matching System (PMS),
  • RAL CLASSIC u. a.

fehlen:

  • das System der Farborte,
  • das System der Farbbänder,
  • das System der Farbtonarten,
  • das System der Idealfarben,
  • das System der abstrakten Farbnamen und
  • das System der 9 Komplementärfarbenpaare.

Die Gleichabständigkeit von Farbton zu Farbton

Für die Qualitätenordnung der Farben sind die Methoden der lichtmetrischen und der empfindungsgemäßen Gleichabständigkeit von Farbton zu Farbton als grundsätzlich kontraproduktiv anzusehen. Farbqualitäten lassen sich nicht durch Messungen und Gleichabständigkeiten ermitteln. Die gleichabständige Stufung von Farbton zu Farbton zerstört unvermeidbar die Hierarchie der Farbqualitäten in einem Vollfarbenkreis. Farbbänder werden zerstückelt, Farbenfamilien ausgelöscht und in vereinzelte, anonyme, optisch schwer zuzuordnende Farbrelikte aufgesplittert, die großen Sinnzusammenhänge zwischen den Farbtonarten gehen verloren. Es gibt keinerlei Orientierung mehr unter den Farben. Abgesonderte Farbtonstufen können dann nur noch mit hohem Aufwand am Farbtonartenkreis zugeordnet oder durch Wellenlängen definiert werden.

Völlig anders verhält es sich dagegen bei der weiteren Differenzierung der Farben. Zur Erweiterung des vollständigen, folgerichtig aufgebauten Farbtonartenkreises ist die gleichabständige Farbtonstu­fung zur Bestimmung der Farbenvielfalt uneingeschränkt sinnvoll. Die Verortung der Farbqualitäten und die Verortung der Farbenvielfalt sind also nur mit gänzlich unterschiedlichen Mitteln und Methoden realisierbar.

Die Hierarchie der Farben ergibt sich aus der Koinzidenz der Systeme der Farbenordnung. Fehlt die Hierarchie der Farbqualitäten in einem Farbenkreis, müssen Fakten auswendig gelernt werden. Unsere „natürliche Farbnavigation“ orientiert sich an Idealfarben und an der Hierarchie der Farbqualitäten, nicht an Wellenlängen und Gradeinteilungen.

Physiker und Mathematiker

Physiker und Mathematiker messen und zählen, und gerade das hat die Wissenschaft auf den hohen Stand gebracht, der sie heute auszeichnet. Im Gegensatz dazu sagt Prof. Harald Lesch: „Man kann nicht alles berechnen, die Liebe, das Glück …, man muß auch die Ordnung der Qualitäten beachten.“ In diesem Sinne ordnet Goethe Qualitäten – Farbqualitäten: die Primär- und Sekundärfarben. Goethes Farbqualitäten lassen sich mit mathematischen und physikalischen Mitteln nicht beweisen. Die Hierarchie der Farben ist mit technischem Gerät nicht detektierbar.

Die systematische Ordnung der Farben

Bereits vor rund zwei Jahrhunderten lag der systematisch geordnete Farbenkreis Goethes vor, der alle Grundbau­steine einer logischen Farbenordnung vorgibt. Dieser Farbenkreis erklärt:

  • das System der Farborte,
  • das System der Idealfarben,
  • das System der abstrakten Farbnamen und
  • das System der diametral gegenüberliegenden Komplementärfarbenpaare.

Goethes 6-Farben-Ordnung ist in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Farbbänder entstanden. Sie kann deshalb mit allen 6 Systemen der Farbenordnung erweitert werden. Goethes Farbenkreis ist ohne Übung anwendbar, weil er auf natürlicher Farborientierung gründet. Gelingt es, seine Systeme logisch zu ergänzen, bleiben alle Vorteile seiner Farbenordnung erhalten.

Eine natürliche Farbenlehre

Mit unseren Gefühlen suchen wir nach verborgenen Gesetzen. Gefühle können jedoch täuschen. Im Instinkt ist das Wissen der Überlebenden gespeichert. Unser Farbinstinkt funktioniert mit größter Präzi­sion, exakter als jedes technische Gerät. Goethe macht uns auf unsere ererbten Fähigkeiten aufmerksam. Er drückt das in seinem Text „Roth 792.“ so aus: „Man entferne bei dieser Benennung alles, was im Roten einen Eindruck von Gelb oder Blau machen könnte. Man denke sich ein ganz reines Rot …“[1] Er schreibt: „Man denke sich …“ Man kann sich viel denken. Lottozahlen wären kein Geheimnis, wenn wir einen Instinkt für Lottozahlen hätten. Leider fehlt uns hier die innere Stimme. Im Gegensatz dazu besitzen wir ein ererbtes, ein untrügliches „bordeigenes Farbnavigati­onssystem“. Wir können „Farben denken“. Es entsteht eine klare Vorstellung im Kopf von einem reinen ROT, einem reinen GELB und einem reinen BLAU und mit etwas Übung eine klare Vorstellung von allen anderen 15 definierbaren Idealfarben. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir erst wissen, dass wir einen Farbinstinkt besitzen, und ihn richtig nutzen, funktioniert diese Fähigkeit – ähnlich wie das Fahrradfahren – fehler­frei bis an das Lebensende. An den Idealfarben unserer Farbvorstellung müssen sich alle Farben der additiven und der subtraktiven Farbmischungen messen und kontrollie­ren lassen.

Für unsere Augen und unseren natürlichen Orientierungssinn sind Wellenlängen völlig uninteressant. Wir können Wellenlängen mit bloßem Auge nicht wahrnehmen und Physiker können an den gemessenen Wellenlängen nicht erkennen, ob Farbtöne zu den Primär-, Sekundär-, Tertiär- oder Quartärfarben gehören. Ganz offensichtlich bestehen für die Apparatephysik andere Bedingungen als für die Farbensprachen, die wir mit unseren angeborenen Fähigkeiten erkennen und verstehen. Die unterschiedlichen Farbsignale sind nicht vergleichbar.

  • Mit technischem Gerät kann man Stoffe im Universum an ihren Farben erkennen.
  • In astronomischen Geräten verändern Objekte, die sich schnell von uns entfernen, ihre Farben in Richtung Rot.
  • Besonders heiße Objekte zeigen am Sternenhimmel eine blaue Farbe.
  • Mit unserer natürlichen Wahrnehmung werden rote Farben als warme Farben der Nähe und blaue Farben als kühle Farben der Ferne empfunden.

Ob Goethes Definitionen und unsere natürlichen Fähigkeiten mit der Realität übereinstimmen, lässt sich sehr leicht nachprüfen. Erforderlich ist ein einfaches Experiment: Nach einer kurzen Einweisung werden lückenlose Farbbänder mit nummerierten Farbtonstufen an Studenten verteilt. Aufgabe ist es, aus 6 Farbbändern alle 18 Idealfarben auszuwählen: Das reine ROT, das reine GELB, das reine BLAU und alle anderen Idealfar­ben sollen in geheimer Wahl bestimmt werden. Wenn lückenlose Farbbänder an allen Universitäten zur Farbbestimmung vorgelegt würden, könnten wir wissen, ob Menschen in Asien, Afrika, Amerika, Europa und Australien Idealfarben in gleicher Weise oder unterschiedlich abgrenzen. Sind die Toleranzbereiche für Primär-, Sekundär- und ideale Tertiärfarben definiert und vermessen, läge ein geordnetes System für die Verständigung über Farben und für alle Funktionen der Farbverarbeitung mit einer Farbqualitätenordnung und eingemessenen Wellenlängen vor. Für die natürliche Farbwahrnehmung gelten eigene Gesetze. Kreativ arbeitende Menschen sind auf Farbenordnungen angewiesen, die alle Gesetze des natürlichen Farbensehens und alle angeborenen, im Hintergrund laufenden Fähigkeiten der Menschen bei Bedarf unterstützen. Sie benötigen deshalb eine eigene logische Farbenordnung, ein Werkzeug zu exakter Verständigung und Orientierung, ein Arbeitsmittel für eine wirksame Inspiration und die notwendigen Kontrollen im Bereich der Farben – im System wie in der Gestaltung.

Bisher erzeugt jedes technische Gerät eine isolierte Sprache der Farbsignale. Ob ein übergeordnetes Prinzip die verschiedenen technischen Farbsprachen integriert, muss von Physikern ergründet werden. Es ist eine technische Farbenlehre erforderlich, die alle durch technische Geräte entstehenden Ergebnisse erforscht, und eine natürliche Farbenlehre, die mit gesundem Augenlicht, Farbinstinkt und logischem Denken funktioniert. Jede Ordnung soll für sich, also getrennt, erforscht, logisch und beweisbar aufgebaut und erst zu einem späteren Zeitpunkt zusammengeführt werden.

Das System der Farbbänder

Vor einem Farbband sind Einzelfarben schnell und sicher einzuordnen. Fehlen Farbbänder ganz oder relevante Farbtöne in den Farbbändern oder stehen Einzelfar­ben verschiedener Farbtonarten nebeneinander, sind die Referenzsys­teme zur raschen und sicheren Bestimmung der Farben außer Kraft gesetzt und alle Möglichkeiten zur Kontrolle der Farben blockiert.

Farbtonart und Farbtonstufe

Eine Farbtonart ist eine Farbenfamilie, eine Farbqualität im Farbenkreis. Jede Farbqualität setzt sich aus Farbtonstufen zusammen, die sich in Nuancen unterscheiden, aber gemein­sam einer Gruppe angehören und gemeinsame Qualitäten besitzen. Primär- und Sekundärfarben bilden als Einzelfarben eine Farbtonart für sich.

In der Praxis fehlt eine Farbenordnung,

  • die Goethes Farbenkreis weiterentwickelt,
  • seine Hierarchie der Farben aufrechterhält und
  • trotzdem ohne Übung anwendbar bleibt,
  • die vollständig,
  • beweisbar und
  • kontrollierbar ist.

Erforderlich ist ein Regelsystem

  • zur Orientierung über alle Optionen im Vollfarbenring,
  • zur Ordnung aller Systeme der Farbenordnung,
  • zur eindeutigen Kennzeichnung der Farbtonarten,
  • zur exakten Verständigung über Farbtonarten,
  • zur raschen Farbenanalyse, Inspiration und
  • Kontrolle der Farben im System und seiner Umgebung.

Erforderlich ist ein Prinzip, das alle Systeme integriert:

  • das System der 6 Farbbänder
  • das System der,18 Farborte,
  • das System der 18 Farbtonarten,
  • das System der 18 Idealfarben,
  • das System der 18 abstrakten Farbnamen und
  • das System der 9 Komplementärfarbenpaare.

Eine vollständige Farbenordnung ist nur durch lückenlose Farbbänder zu beweisen. Farbbänder gehören zur Realität. Sie sind bekannt und sehr leicht nachweisbar. In Ostwalds, Ittens und Küppers Farbenkreisen sind Farbbänder nicht sichtbar und ist nicht erkennbar, wo Farbbänder und Farbtonarten beginnen und wo sie enden. Sind Farbbänder und Farbtonarten beweisbar, fehlt die Erklärung, warum sie in der Farbenwissenschaft unbeachtet bleiben.

Warum ein neuer Farbkreis?

Im Farbkreis von Johannes Itten existiert nur ein roter Farbton. Es gibt aber 3 rote Farbenfamilien. (orangeROT, ROT, violettROT)

Fehlen die wichtigen Tertiärfarben der Farbbänder, z. B. orangeROT und violettROT,[1] in Ittens Farbkreis, stehen die Assistenzfunktionen Farbordnung, Farbübersicht, Farbana­lyse, Far­bsynthese, Farbinspiration, Farbinterpretation, Farbtranskription und Farbkon­trolle nicht zur Disposition.

Der Farbtonartenkreis zeigt alle 3 roten Farbfamilien in einem lückenlosen Farbband und die vollständige Hierarchie der roten Farbtonarten im Sinne Goethes. Im Gestaltungsprozess sind bei Bedarf alle 3 roten Farbtonar­ten, ihre Namen, Farbartenzahl und Dezimalstellen mit einem Blick überschau­bar. Andere rote Farben gibt es im Kreis und außerhalb desselben nicht.

Der Farbtonartenkreis

Vor dem Hintergrund der oben skizzierten Problemstellung und der Anforderungen in der Projektierung, meiner Forschungsarbeiten und meiner künstlerischen Arbeit im Malatelier habe ich den Farbtonartenkreis 1963, 2 Jahre nach dem Studium selbst aufgebaut. Grundlage meiner Systemordnungen waren 2 kleine Sätze in Goethes Farbenlehre. Plötzlich war es möglich sich, mit eigenen Fähigkeiten, immer tiefer im Reich der Farben zu orientieren und auf erarbeiteten Erkenntnissen weiterführende aufzubauen. Mein Farbtonartenkreis erfüllt nun, im Sinne Goethes die Bedingungen, die eine Farbenordnung zur exakten Verständigung über Farben und für die Gestaltung und die Erforschung der Sprache der Farben auf systematisierten Grundlagen mindestens anbieten muss. Meine Farbenordnung hat sich unter ganz unterschiedlichen Bedingungen in 50 Jahren Berufspraxis bestens bewährt.

Für die Praxis steht jetzt eine Farbenordnung zur Disposition:

  • in der die Farbenordnung Goethes folgerichtig weiterentwickelt,
  • Goethes Hierarchie der Farben bewahrt, denkrichtig erweitert und

ablesbar dargestellt wurde.

  • die trotzdem ohne Übung anwendbar bleibt,
  • vollständig,
  • beweisbar und
  • kontrollierbar ist.

Der Farbtonartenkreis ist ein Regelsystem:

  • zur Orientierung über alle Optionen im Vollfarbenring,
  • zur Ordnung aller Systeme der Farbenordnung,
  • zur exakten Kennzeichnung der Farbtonarten,
  • zur eindeutigen Verständigung über Farbtonarten,
  • zur raschen Farbenanalyse, Inspiration und Kontrolle der Farben im System und seiner Umgebung.

Mein Farbtonartenkreis ist das Prinzip,
das alle 6 Systeme der Farbenordnung integriert.

Der Farbtonartenkreis ist die erste vollständige und beweisbare Farbenordnung der Wissen­schafts- und Kunstgeschichte. Seine lückenlosen Farbbänder dokumentieren die Vollständigkeit; das System der abstrakten, logisch voneinander ableitbaren Farbnamen belegt die Unteilbarkeit der Farbenordnung.

Der Farbtonartenkreis ist der Farbenlehre Goethes verpflichtet. Goethes 6-Farben-Ordnung ist in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Farbbänder entstanden und kann deshalb mit

  • dem System der 6 Farbbänder,
  • dem System der 18 Farborte,
  • dem System der 18 Farbtonarten,
  • dem System der 18 Idealfarben,
  • dem System der 18 abstrakten, logisch voneinander ableitbaren Farbnamen und
  • dem System der  9 diametral angeordneten Komplementärfarbenpaare vervollständigt werden.

Der Farbtonartenkreis ordnet:

  • das gelbe Farbband
  • das orange Farbband
  • das rote Farbband
  • das violette Farbband
  • das blaue Farbband
  • das grüne Farbband.

3 Primärfarben (nach Goethe: Primärfarben werden als Einheiten aus einer Farbe, als „Einheit aus einem“, wahrgenommen):

  • GELB
  • ROT
  • BLAU

3 Sekundärfarben (nach Goethe: Mischung zweier Primärfarben zu gleichen Teilen):

  • ORANGE (GELB + ROT)
  • VIOLETT (ROT + BLAU)
  • GRÜN (BLAU + GELB

12 ideale Tertiärfarben (Mischungen aus je einer Primärfarbe und einer Sekundärfarbe zu ungleichen Teilen:³

  • grünGELB
  • orangeGELB
  • gelbORANGE
  • rotORANGE
  • orangeROT
  • violettROT
  • rotVIOLETT
  • blauVIOLETT
  • violettBLAU
  • grünBLAU
  • blauGRÜN
  • gelbGRÜN
  Die in diesem Werk verwendeten Farbbegriffe sind Bestandteil eines unverwechselbaren Charakteristikums, das die Systeme der Farborte, der Farbbänder, der Farbtonarten, der Idealfarben, der Komplementärfarben und die Regeln für die Zusammensetzungen der Farbanteile aufeinander abstimmt und mit dem System der abstrakten Farbnamen zu einem Regelsystem verbindet, sodass zum ersten Mal eine eindeutige Verständigung über Farben im Arbeitsprozess und in der allgemeinen Kommunikation überhaupt erst möglich ist. Dieses Bezeichnungssystem weicht derzeit von der offiziellen Schreibweise laut Duden ab, ist aber wegen unverzichtbarer Nutzeffekte für die Praxis geboten.

6 Quartärfarben: Zwischen den Farbbändern entstehen 6 kleine, unwichtige Farbtonarten. Sie sind Farben vierter Ordnung, Mischungen aus je einer Primärfarbe und einer Sekundär­farbe zu gleichen Teilen und optisch und sprachlich nicht definierbar. Da sie in jedes logische Farbensystem das unbeherrschbare Chaos bringen, werden sie „Chaosfarben“ genannt und aus dem System ausgegrenzt.

Andere, als die 4 oben genannten Farbqualitäten: Die Primärfarben, Sekundärfarben, Tertiärfarben und Quartärfarben und andere, als die 4 Arten der Farbenmischung:

  • Die Einheiten aus einer Farbe,
  • die Mischung zweier Primärfarben zu gleichen Teilen,
  • die Mischung einer Primärfarbe und einer Sekundärfarbe zu ungleichen Teilen und
  • die Mischung einer Primärfarbe und einer Sekundär­farbe zu gleichen Teilen

sind im Vollfarbenring nicht nachweisbar.

Das System der abstrakten Farbnamen und das System der Farbtonarten stimmen

  • klar sichtbar überein.
  • Jede Farbtonart besitzt eine Farbnummer und eine Dezimalstelle zur Feindifferenzierung.

Das System der 18 abstrakten Farbnamen

     grünGELB  GELB  orangeGELB

 gelbORANGE  ORANGE  rotORANGE

 orangeROT  ROT  violettROT

      rotVIOLETT  VIOLETT  blauVIOLETT

violettBLAU  BLAU  grünBLAU

  blauGRÜN  GRÜN  gelbGRÜN

 

Die Koinzidenz der 6 Systeme der Farbenordnung schafft mit dem Farbtonartenkreis ein begründetes Regelsystem, eine Ordnung der Farbzeichen für den Bau von Farbenspra­chen und ein logisches, allgemeinverständliches Forschungswerkzeug für die Funktionen: Ordnung der Zeichen, Regeln des Zeichengebrauchs und „Wortgut“ der Farbensprachen sowie ein Assistenzsystem für den laufenden Gestaltungsprozess für die Funktionen: Farbenordnung, Farbenübersicht, Farbenanalyse, Farbensynthese, Farbeninspiration, Farbeninterpretation, Farbentranskription und Farbenkontrolle.

Der Farbtonartenkreis ist ohne Übung anwendbar. Gesundes Augenlicht, Farbeninstinkt und logisches Denken sichern, auf natürliche Art und ohne jedes technische Gerät, die exakte Farbbestimmung und die zuverlässige Verständigung über Farben in der Praxis.

Der Farbtonartenkreis hat sich in 50 Jahren Berufspraxis in der Architektur, im Städtebau, in der Denkmalpflege, bei Autorenkontrollen auf den Baustellen, bei Behördenentscheidun­gen, im Unterricht und im Malatelier bestens bewährt. Der Farbtonartenkreis bietet für jede Gestaltungsaufgabe eine Viel­zahl regelkonformer Lösungsvorschläge an. Unter diesen leicht ablesbaren Gestaltungsprinzi­pien sind die ganz einfachen Gestaltungsmethoden besonders hilfreich, die vor allem in Belastungssituationen zu oft und zu schnell übersehen werden. Wer die Information hat, kann schneller und sicherer über die Anwendung der Regel oder das Maß der Abweichung entscheiden.

[1] „Roth 792.“ in: Goethes sämmtliche Werke in sechs Bänden, Sechster Band: Sinnlich-sittliche Wirkung der Farbe, J. und G. Cotta’scher Verlag Stuttgart. 1860. S. 162.
[2] Zur besonderen Schreibweise der Farben siehe S.10 unter:12 ideale Tertiärfarben.
[3] Kleine Farbanteile werden mit Kleinbuchstaben, große Farbanteile mit Großbuchstaben gekennzeichnet.