Jörg Krenke

Der Ittenfarbkreis

Legende und Wirklichkeit

Die in diesem Werk verwendeten Farbnamen sind Bestandteil eines unverwechselbaren Charakteristikums, das die Systeme der Farbbänder, der Farborte, der Farbtonarten, der Idealfarben, der Komplementärfarben und die Regeln für die Zusammensetzungen der Farbanteile aufeinander abstimmt und mit dem System der abstrakten Farbnamen zu einem Regelsystem verbindet, so dass zum ersten Mal eine eindeutige Verständigung über Farben im Arbeitsprozess und in der allgemeinen Kommunikation überhaupt erst möglich ist. Dieses Kennzeichnungssystem weicht derzeit von der offiziellen Schreibweise laut Duden ab, ist aber wegen unverzichtbarer Nutzeffekte für die Praxis geboten. 

Der Farbkreis von Johannes Itten

It­ten richtet einen Kreisring mit 12 gleichen Sektoren ein und setzt in diesen Ring die Farben erster und zweiter Ordnung, so dass zwischen den eingetrage­nen Farben ein leerer Sektor entsteht. Itten schreibt dazu:
„In diesen leeren Sektor tragen wir dann die Farben dritter Ordnung ein, welche aus einer Mischung einer Farbe erster Ordnung und einer Farbe zweiter Ordnung entstehen.“[1]
Siehe Abb. 1

Abb. 1. Der Farbkreis von Johannes Itten
Im Ittenfarbkreis fehlen die Farbbänder

Farbbänder gehören zur Realität. Sie sind sehr leicht nachweisbar. Sind Farbbänder und Farbtonarten allgemein bekannt und beweisbar, fehlt die Erklärung, warum sie in der Farbenwissenschaft grundsätzlich ignoriert werden.

Farbbänder sind die Basis jeder vollständigen und systematischen Farbenordnung. Wenn im Ittenfarbkreis die Farbbänder fehlen, kann niemand erkennen, was in den Farbbändern und außerhalb derselben geschieht. Wenn nicht sichtbar ist, wo Farbbänder beginnen und wo sie enden, sind die Unterschiede zwischen Tertiärfarben und Quartärfarben nicht erkennbar. Fehlen die logischen Abgrenzungen zwischen Farbqualitäten, geraten auch die Farbbezeichnungen in Unordnung, werden Tertiärfarben und Quartärfarben verwechselt. Ohne Farbbänder kann Itten die Farben dritter und vierter Ordnung nicht unterscheiden. Itten mischt Farben vierter Ordnung und gibt ihnen Namen der Farben dritter Ordnung. Eine vollständige Farbenordnung ist nur durch lückenlose Farbbänder zu schaffen und zu beweisen.

Wer täglich viele Farben genau, sicher und schnell zuordnen muss, um ihr Potential zu verstehen und sie im Gestaltungsprozeß souverän zu implementieren, braucht strukturierte Farbbänder, die genau begrenzt, mit Farbtonarten, Idealfarben, Gegenfarben, Namen, Nummern und Dezimalstellen zur genauen Bestimmung gekennzeichnet sind.
Farbenkreise ohne Farbbänder bleiben untaugliches Stückwerk.

In Ittens Farbkreis fehlen generell:
  • Das System der Farbbänder,
  • das System der Farborte,
  • das System der Farbtonarten,
  • das System der Idealfarben,
  • das System der Tertiärfarben,
  • das System der abstrakten, logisch voneinander ableitbaren Farbnamen,
  • das System der Farbenhierarchie,
  • die Vollständigkeit,
  • die Übereinstimmungen zwischen Farbtonarten und Farbnamen,
  • die gemeinsame Darstellung der Farben und Namen,
  • die zwingend notwendige Ausgrenzung der Quartärfarben und
  • die unmittelbare Nachprüfbarkeit. (Siehe Abb. 9 und Abb.10)

Wer die Gesetze der Farbbänder kennt, erfindet keinen 12-teiligen Farbenkreis.

Im Ittenfarbkreis ist nicht erkennbar:
  • wo Farbbänder beginnen und wo sie enden (Siehe Abb. 9 und Abb.10)
  • wo Farbtonarten beginnen und wo sie enden,
  • ob alle Farbtonarten enthalten sind,
  • welche Farbtonarten fehlen,
  • welche Idealfarben aufgenommen wurden,
  • welche Idealfarben fehlen und
  • welche Farbtonarten zu welchen Farbnamen gehören. 
Mit 12 Singlefarben ist nicht darstellbar:
  • Das System der 6 Farbbänder, (erforderlich dafür sind etwa 60 Farbtonstufen)
  • das System der 18 Farborte,
  • das System der 18 Farbtonarten,
  • das System der 18 Idealfarben,
  • das System der 12 Tertiärfarbbänder,
  • das System der 9 Komplementärfarbenpaare und
  • ein System zur Ordnung der 18 abstrakten Farbnamen.
     

[1] Johannes Itten, Kunst der Farbe, Ravensburger Buchverlag Otto Maier, 1970, S. 31
[2] Jörg Krenke „Der Farbtonartenkreis“  2019  Siehe S. 36.
Tertiärfarben entstehen solange die Mischanteile ungleich bleiben.
Quartärfarben entstehen solange die Mischanteile gleich oder fast gleich sind. Siehe S. 3, Abb. 2

Die Farbtonarten zwischen ORANGE und GELB [3]

Zwischen den Grundfarben GELB und ORANGE entstehen 3 Farbtonarten:
  • Die Tertiärfarben der Farbtonart gelbORANGE,
  • die Übergangsfarben zwischen den Farbbändern (Quartärfarben) und
  • die Tertiärfarben der Farbtonart orangeGELB. (Siehe Abb. 2)

gelbORANGE [2] Farbtonart 3

  • Eine Farbtonart dritter Ordnung. Sie fasst alle ORANGE-Farben zusammen, die zu GELB tendieren.
    (wenig gelb, viel ORANGE)

Undefinierbare Farbtöne

  • Zwischen dem gelben und dem orangen Farbband entstehen Farben vierter Ordnung. Sie sind Übergangsfarben, deren Grenzen optisch nicht definierbar sind.

orangeGELB Farbtonart 2

  • Eine Farbtonart dritter Ordnung. Sie fasst alle gelben Farbtöne zusammen, die zu ORANGE neigen.
    (wenig orange, viel GELB)
Abb. 2 Ausschnitt aus dem Farbtonartenkreis 1963

[1] Jörg Krenke „Der Farbtonartenkreis“ 2019, S. 50
[2] Die in diesem Werk verwendeten Farbnamen sind Bestandteil eines unverwechselbaren Charakteristikums, das die Systeme der Farbbänder, der Farborte, der Farbtonarten, der Idealfarben, der Komplementärfarben und die Regeln für die Zusammensetzungen der Farbanteile aufeinander abstimmt und mit dem System der abstrakten Farbnamen zu einem Regelsystem verbindet, so dass zum ersten Mal eine eindeutige Verständigung über Farben im Arbeitsprozess und in der allgemeinen Kommunikation überhaupt erst möglich ist. Dieses Kennzeichnungssystem weicht derzeit von der offiziellen Schreibweise laut Duden ab, ist aber wegen unverzichtbarer Nutzeffekte für das Farbensystem und die Praxis geboten.
Ittens Farbnamenordnung [1]

Johannes Itten versucht, in seiner Namenordnung den Eindruck zu erwecken, als gäbe es zwischen GELB und ORANGE nur die eine Farbtonart: „Gelborange“. (Siehe Abb. 3) In Ittens Namenordnung fehlen 6 Farbtonarten. Dem ruinierten Namensystem folgt das beschädigte Farbensystem, wie ein Schatten.
Welche Vorteile könnten sich aus einem Modell ergeben, das relevante Farben ausspart?

Richtig ist, dass zwischen GELB und ORANGE genau 3 Farbtonarten entstehen. [2] (Siehe Abb. 2)

Abb. 3 Die Farbnamen im Ittenfarbkreis
Das Farbnamensystem

Das vollständige System der abstrakten Farbnamen (Siehe Abb. 4) ist allgemein bekannt und enthält 18 Farbbezeichnungen:

Abb. 4. Das Namensystem im Farbtonartenkreises
Systemtorso

Ittens Namenordnung zeigt, viele Seiten später schon große Teile der abstrakten Farbnamenordnung, aber leider nicht das vollständige System. In Ittens Farbenordnung fehlen die wichtigen Tertiärfarben.
Itten entfernt die Namen der Tertiärfarben aus den Primärfarbbändern.
Im Vergleich mit dem Namensystem ergeben sich in seiner Namenordnung Defizite. (Siehe Abb. 5)

Abb. 5 Der Namentorso im Ittenfarbkreis

[1] Johannes Itten, Kunst der Farbe, Ravensburger Buchverlag Otto Maier, 1970, S. 68.
[2] Es entstehen die 3 Farbtonarten: orangeGELB, undefinierbare Übergangsfarben und gelbORANGE.

Itten setzt in seinen Kreisring die Farben erster und zweiter Ordnung so ein, dass zwischen den eingetragenen Farben ein leerer Sektor entsteht. Itten schreibt dazu: „In diesen leeren Sektor tragen wir dann die Farben dritter Ordnung ein, welche aus einer Mischung einer Farbe erster Ordnung und einer Farbe zweiter Ordnung entstehen.“ [7] (Siehe Abb. 1)

Itten schreibt: „Wir erhalten aus:

Gelb und Orange = Gelborange
Rot und Orange = Rotorange
Rot und Violett = Rotviolett
Blau und Violett = Blauviolett
Blau und Grün = Blaugrün
Gelb und Grün = Gelbgrün

Aber wie entsteht:

orangeGELB?
orangeROT?
violettROT?
violettBLAU?
grünBLAU?
grünGELB?

So ist ein zwölfteiliger, gleichabständiger Farbkreis entstanden, in wel­chem jede Farbe ihren unverwechselbaren Platz einnimmt.“ (Siehe Abb. 1)

Itten müsste beweisen, dass folgende Farbtonarten nicht existieren: orangeGELB, orangeROT, violettROT, violettBLAU, grünBLAU und grün­GELB. Wenn sie aber nachweisbar sind, ist er die Begründung schul­dig, wie diese 6 Farbtonarten entstehen, warum sie in seinem Farben­kreis fehlen, warum er diese wichtigen Farbtonarten ignoriert. Diese Farbtonarten sind für eine vollständige, beweisbare, allgemeingültige  Farbenordnung und die Aufgaben in der Farbenforschung und der Farbgestaltung unentbehr­lich. Diese Farbtonarten existieren und sind sehr leicht nachweisbar. Aus der Ordnung der 18 Farbtonarten kann man keine Farbenfamilie entfernen ohne das System zu zerstören.

Ittens „Tertiärfarben“

Ittens „Tertiärfarben“ sind Farben vierter Ordnung, sind Einheiten aus je einer Primärfarbe und einer Sekundär­farbe zu gleichen Teilen. Halten sich die Farbanteile einer Primärfarbe (ROT) und einer Sekundärfarbe (ORANGE) die Waage, entstehen Farben außerhalb der Farbbänder. Die Farben  z. B. zwischen dem Farbband rotORANGE und dem  Farbband orangeROT sind etwas Neues, das sprachlich, optisch und vorstellungsmäßig nicht abgrenz­bar ist. Im Unschärfebereich zwischen dem Ende des einen und dem Anfang des anderen Farbban­des entstehen Übergangsfarben, nicht Fisch und nicht Fleisch, nicht das eine und nicht das andere. Wir können mit unseren Augen sehr leicht Signalfarben, ein „reines“ ROT und ein ideales ORANGE bestimmen. Zwischen den Farbbän­dern ist eine Abgrenzung hingegen unmöglich. Die neutralen Übergangsfar­ben sind Vollfarben und durch Wellenlängen bestimmbar, gehören aber weder zu den Farbbändern der Primärfarben noch zu den Farbbändern der Sekundärfarben und haben im System keinen Platz und keinen Namen. Der Farbeninstinkt der Menschen orientiert sich an „Signalfarben“ (Idealfarben), nicht an Undefinierbarem.

Zwischen dem einen und dem folgenden Farbband entstehen keine neuen Farbbänder, keine Sekundärfarben, keine Tertiärfarben, denn diese setzen ja ungleiche Farbmischungen voraus. Quartärfarben sind in den Mischanteilen gleich oder fast gleich. Die beiden Enden der Farbbänder nähern sich immer weiter an, bis jede Orientierung verloren geht und man nicht mehr erkennen kann, zu welchem Farbband diese Mischfarbe gehört. (Siehe Abb. 6)

Abb.: 6 Quartärfarben entstehen zwischen den Farbbändern
Abb.: 7 Eine Grenze zwischen dem orangen und dem roten Farbband
ist nicht definierbar.

[1] Johannes Itten, Kunst der Farbe, Ravensburger Buchverlag Otto Maier, 1970, S. 32

Warum ein neuer Farbenkreis?

Im Farbkreis von Johannes Itten steht nur ein Farbton der Farbenfamilie ROT zur Verfügung.

Siehe Abb. 6. Tatsächlich existieren 3 rote Farbenfamilien (orangeROT, ROT, violettROT) im roten Farbband. Siehe Abb. 7. Fehlen die wichtigen Tertiärfarben z. B. orangeROT und violettROT in Ittens Farbkreis, sind die konstruktiven Assistenzfunktionen: Farbenordnung,    Farbenübersicht,    Farbenana­lyse,    Far­bensynthese,    Farbeninspiration,    Farbeninterpretation,    Farbentranskription und Farbenkon­trolle nicht verfügbar.

Abb. 1. Der Farbkreis von Johannes Itten

Es ist bekannt, dass Itten die Systeme der Farbenordnung zerstört und zunichtemacht, Farbtonarten unvollständig und regelwidrig darstellt und auf diese Weise eine sinnvolle Orientierung, Analyse oder Kontrolle im Bereich relevanter Farben, für kreativ arbeitende Menschen unbrauchbar macht.

Der Farbenkreis von Johannes Itten ist seit 58 Jahren überholt.

Im Zusammenhang mit dem Abschluss der Arbeiten an meinem Farbtonartenkreis habe ich auf Theorieschwächen im Farbkreis von Johannes Itten hingewiesen, konnte aber leider nicht durchdringen. Der Ittenfarbkreis (1961) gilt, seit dem Jahre 1963 als funktionsuntauglich. Er wurde grundsätzlich kritiklos übernommen und steht in dieser Art bis heute in den Lehrplänen aller Hochschulen und Universitäten.

Ist unreflektierte Übernahme die Ursache dafür, dass es keinem Lehrer in den Sinn kam, im jährlich wiederkehrenden Lehrstoff Ittens Farbkreis auf Vollständigkeit, Systematik und Relevanz  zu prüfen und aufmerksam zu analysiert und Ittens Fehler aufzudecken und bewusstzumachen?

Leider werden Farbbänder bis heute grundsätzlich, zu Gunsten isolierter, sehr schwer definierbarer Singlefarben ignoriert, bleiben Farbenordnungen deshalb oft unbrauchbares Stückwerk.

Studenten sollten zuerst und grundsätzlich alle Vollfarben im System und in ihren Sinnzusammenhängen kennenlernen. Sie sollten verstehen, dass Einzelfarben nicht isoliert, sondern im System der Familien, in Farbbändern und logisch strukturiert, in 18 Farbtonarten existieren.

Im Gegensatz zu Johannes Ittens Farbkreis zeigt der Farbtonartenkreis alle 3 roten Farbenfamilien: orangeROT    –    ROT    –    violettROT, breitgefächert in einem lückenlosen Farbband und die vollständige Hierarchie der roten Farbtonarten im Sinne Goethes und in Übereinstimmung mit dem System der abstrakten Farbnamen dieser Farbtonart.

Abb. 7. Ausschnitt aus dem Farbtonartenkreis

Eine vollständige Farbenordnung ist nur durch lückenlose Farbbänder zu schaffen und zu beweisen. Die methodische Ordnung aller Farbtonarten in den Farbbändern ist die einzige Möglichkeit Farben systematisch, vollständig und beweisbar darzustellen und mit dem System der abstrakten Farbnamen korrekt zu kennzeichnen. Unser natürlicher Farbeninstinkt funktioniert überraschend systematisch. Er kann deshalb, im Bedarfsfall nur mit einer vollständigen und systematisch-aufgebauten Farbenordnung unterstützt und kontrolliert werden.

Der Farbtonartenkreis ist mein Beitrag für eine allgemeingültige Farbenordnung. Er hat sich in mehr 50 Jahren im Malatelier, in der Architektur, im Städtebau, in der Denkmalspflege, bei den Autorenkontrollen auf den Baustellen und im Unterricht bestens bewährt.

Im Gestaltungsprozess sind bei Bedarf alle roten Farbtonar­ten, ihre Namen, Farbartenzahlen und Dezimalstellen mit einem Blick überschau­bar. Andere rote Farben gibt es im Kreis und außerhalb desselben nicht. (Siehe Abb. 7)

12- und 24-teilige Farbkreise

Mit 12 oder 24 Einzelfarben lassen sich Farbbänder und Farbtonarten[1] nicht darstellen. Für die vollständige Abbildung aller 18 Farbtonarten sind etwa 60 Farbtonstufen erforderlich. Farbkreise mit 12 oder 24 Singlefarben entstehen im Widerspruch zu den Gesetzen der Farbbänder. Sie sind deshalb systemlos, unvollständig und nur mit unzumutbarem Aufwand kontrollierbar.

In den Farbenordnungen von:
  • Ostwald,
  • Baumann Prase,
  • Adam Zeugner (TGL-Farbenkreis),
  • Itten,
  • Küppers
und in folgenden Farbsystemen:
  • RAL-Designsystem,
  • NCS (Natural Color System),
  • Munsell Color System,
  • Pantone Matching System (PMS),
  • RAL CLASSIC u. a.
fehlen:
  • Das System der Farbbänder,
  • das System der Farborte,
  • das System der Farbtonarten,
  • das System der Idealfarben,
  • das System der Farbenhierarchie,
  • das System der Tertiärfarben,
  • das System der logisch voneinander ableitbaren Farbnamen,
  • das System der Komplementärfarbenpaare.
  • die Vollständigkeit relevanter Farbtonarten,
  • die Übereinstimmung zwischen Farbtonarten und Farbnamen,
  • die gemeinsame Darstellung der Farbtonarten und Farbnamen,
  • die zwingend notwendige Ausgrenzung der Quartärfarben.
In den genannten Farbenordnungen ist nicht erkennbar:
  • wo Farbbänder beginnen und wo sie enden,
  • wo Farbtonarten beginnen und wo sie enden,
  • ob alle Farbtonarten enthalten sind,
  • welche Farbtonarten fehlen,
  • welche Idealfarben aufgenommen wurden,
  • welche Idealfarben fehlen und
  • welche Farbtonarten zu welchen Farbnamen gehören.
Farbenwissenschaft ist nicht Chaos, Willkür und Unordnung

Ich hätte mir gewünscht, dass die breitaufgestellte Farbenwissenschaft:  

  • ein System, das in der Kunstpraxis überhaupt erst einmal funktionsfähig ist,
  • eine Farbenordnung ausschließlich zur natürlichen Farbenkommunikation, für Menschen, die mit Inspiration und System, in Kunst, Architektur und Forschung arbeiten,
  • ein vollständiges, mit allen Systemen der Farbenordnung aufgebautes Regelsystem, das weiter hilft – zur Verfügung stellt.
  • eine Studien über Goethes erste systematische Farbenordnung betreibt, die unsere natürlichen Fähigkeiten (Primär-, Sekundär- und ideale Tertiärfarben exakt zu definieren) in vergleichbaren, internationalen Forschungsarbeiten untersucht, auswertet, statistisch erfasst und Massenerscheinungen in schriftlich fixierten Zusammenstellungen und grafischen Darstellungen auswertbar macht.

So könnten wir wissen, ob Goethes Farbendefinitionen für alle Menschen in der Welt gelten und ihre natürlichen Fähigkeiten systematischer Farbenerkennung als gesicherte Grundordnung einer großen Farbensystematik gelten können.    

Künstler und Architekten arbeiten mit natürlichen Fähigkeiten. Der Farbeninstinkt ist ein Produkt der systematisch strukturierten Farbenrealität. Angeborenes Können orientiert sich an systematisch geordneten Farbzeichen und ist deshalb nur mit einer systematischen Farbenordnung zu unterstützen und kontrollierbar.

Kritik allein hilft aber auch nicht weiter.

Man muss sagen, wie die gestellten Aufgaben zu lösen sind.

Eine Problemlösung wurde, zum ersten Mal mit dem Farbtonartenkreis (1963) erreicht.

Der Farbtonartenkreis ist ohne Übung anwendbar und schafft die erste  natürliche, sofort kontrollierbare, vollständige, systematisch aufgebaute und deshalb allgemeingültige Farbenordnung der Wissenschafts und Kunstgeschichte.


[1] Farbtonarten sind Farbenfamilien in den Farbbändern

Zusammenfassung

Abb. 9 Ittenfarbkreis
Der Ittenfarbkreis

Johannes Itten, Kunst der Farbe, Ravensburger Buchverlag Otto Maier, 1970, S. 31

Im Ittenfarbkreis:

  • fehlen alle Farbbänder,
  • fehlen alle Ordnungssysteme der Farben,
  • stehen 12 Singlefarben, beziehungslos, nur mit unzumutbarem Aufwand kontrollierbar nebeneinander,
  • fehlt die Hierarchie der Farbtonarten,
  • fehlen 6 relevante Farbartennamen,
  • fehlen alle echten Tertiärfarben, (Ittens „Tertiärfarben“ sind Quartärfarben)
  • fehlt die Verbindung der Farbnamen mit den Farbtonarten und

die Ordnung der Farbartennummern. (Siehe Abb. 9)

Abb. 10 Der Farbtonartenkreis
Der Farbtonartenkreis

Jörg Krenke, Der Farbtonartenkreis, Selbstverlag, 2019, S. 23

Das Alleinstellungsmerkmal des Farbtonartenkreises sind die sichtbaren Farbbänder und Regelsysteme.

Im Farbtonartenkreis ist kontrollierbar, mit einem Blick

  • Das System der Farbenhierarchie,
  • das System der 6 großen Farbbänder,
  • das System der 18 Farborte,
  • das System der 18 Farbtonarten,
  • das System der 18 Idealfarben,

(hervorgehobene Farbzeichen)

  • das System der 9 Komplementärfarbenpaare,
  • das System der 18 Farbnamen und

die Ordnung der Farbartennummern und Dezimalstellen. (Siehe Abb. 10)

Die Gesetze der Farbbänder garantieren die:

  • Vollständigkeit,

  • Systematik,

  • Logik,

  • Beweisbarkeit und

  • Kontrollierbarkeit der Farbenordnung.